Besser geht’s nicht: Blackmagic Design hat seinem Videoeditor eine komplette Fotobearbeitung spendiert. Die professionelle Videoschnittsoftware DaVinci Resolve wird in Version 21 um den Bereich „Photo“ zum Bearbeiten von Fotos im RAW- oder JPG-Format erweitert. Und zwar sowohl in der kostenlosen als auch der Studioversion.
Neben gängigen Werkzeugen zur Fotobearbeitung wie Weißabgleich, Belichtung und Ausschnitt gibt’s auch die Farbkorrekturwerkzeuge für die DaVinci bekannt ist. Aktuell ist DaVinci Resolve 21 noch eine Betaversion, die aber bereits zum Download erhältlich ist. Bei der Installation von DaVinci Resolve sind unter Linux ein paar Dinge zu beachten (siehe Video).
Einfache Werkzeuge, um ein Bild zuzuschneiden, zu skalieren oder zu rotieren öffnet die Schaltfläche mit den drei Reglern unten links neben der Kamerabezeichnung. Für RAW-Bilder gibt es rechts im Inspector eine eigenen Seite mit einer übersichtlichen Reihe von Reglern und Einstellungen für Farbräume, Weißabgleich und Gamma. Damit ist der Einstieg hier in die RAW-Bearbeitung deutlich einfacher, als beispielsweise bei Darktable.

Retuschieren mit KI

Seine vielen Effekte kann DaVinci Resolve jetzt auch auf Fotos anwenden. Neu sind KI-Funktionen mit denen ich störende Elemente entfernen (Patch Replacer) und Menschen auf Fotos älter oder jünger wirken lassen kann. Das eignet sich auch gut, um Augenringe oder Pickel wegzuretuschieren, Fältchen zu glätten und mehr Farbe ins Gesicht zu bringen. Dezent und in Maßen eingesetzt, sieht das gut aus. An KI-Funktionen mangelt es vielen Grafiktools unter Linux bisher. Allenfalls RapidRaw liefert KI-Funktionen, ist aber längst nicht so ausgereift. Wie viele der KI-Tools in der kostenlosen Version enthalten sind, kann ich nicht sagen, da ich die Studioversion einsetze. Der Photobereich ist aber in der freien Version drin.

Resolve bietet sich mit Alben auch zur Bildverwaltung an und macht damit Lightroom Konkurrenz, das es für Linux aber sowieso nicht gibt. Wie ich das am besten nutze, wo ich doch erst ein Projekt öffnen muss, weiß ich noch nicht. Fürs erste habe ich ein Projekt „Photos“ angelegt. Wie gut sich das im Alltag schlägt, muss ich erst noch ausprobieren. Bisher ist dafür Digikam das Tool meiner Wahl. Aber meistens blättere ich sowieso lieber mit Gthumb in den Bildordnern.

Resolve arbeitet nicht-destruktiv, so dass ich Korrekturen jederzeit rückgängig machen kann. Blackmagic Design listet auf der Website über Photo viele weitere Features auf.
Unter Linux fast konkurrenzlos
In Kombination mit den vielen Funktionen, die DaVinci Resolve als Software für Videoschnitt, Colorgrading und Animation schon mitbringt, ist das ein ganz schön großer Wurf. Vor allem unter Linux ist die neue Version eine gute Nachricht: Zwar lassen sich die meisten Bildbearbeitungsschritte auch mit Gimp erledigen, aber Effekte, LUTs und KI-Funktionen sparen viel Zeit bei der Bearbeitung vieler Bilder.

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