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Linux-Einstieg: Wo fang ich bloß an?

Eine Frage, die mir in den letzten Wochen öfter gestellt wurde: Wie fange ich eigentlich an, mehr über Linux zu lernen. Wer sich gerade erfolgreich ein erstes Linux-System installiert hat, dürfte viele Fragen haben. Wo bekomme ich Software her? Wie funktioniert das mit den Updates? Wie ist das mit der Kommandozeile?

Und es lohnt sich, ein paar Grundlagen zu lernen. Niemand muss deshalb Linux-Profi werden, aber zu wissen was geht, eröffnet viele Möglichkeiten mit dem neuen Betriebssystem: Jedes Detail (oder nur ein paar) des Desktops ganz nach Wunsch, Software blitzschnell über die Software-Verwaltung installieren und genauso schnell wieder sauber deinstallieren, wenn sie nicht gefällt. Mehr Sicherheit ist bei Linux sowieso inklusive, aber nur, wenn man nicht bei jeder Gelegenheit alle Rechte gewährt, nur weil etwas nicht auf Anhieb funktioniert.

Ich habe vor Jahren – wie für mich typisch – mit einem Buch angefangen. Genauer gesagt mit einem billigen Taschenbuch mit dem Titel „Linux“, das ich leider nicht mehr besitze. Das habe ich mit in den Urlaub genommen und dort komplett durchgelesen. Und zwar ohne einen Computer dabei zu haben. Aber natürlich muss es kein Buch sein, schließlich gibt es gerade zu Linux jede Menge kostenlosen Lesestoff und Videos im Internet.

Wikis

In jedem Fall lohnt der Blick in das Wiki der eigenen Linux-Distribution, also zum Beispiel das CachyOS-Wiki, das es auch auf Deutsch gibt. Recht einsteigerfreundlich ist das deutschsprachige Arch-Linux-Wiki, noch detailliertere Infos für Fortgeschrittene gibt’s im englischsprachigen Arch-Linux-Wiki. Für Ubuntu gibt es das deutschsprachige Ubuntuusers-Wiki, wer Linux Mint nutzt, kann in den User Guide oder den Troubleshooting Guide schauen.

Das deutschsprachige Arch-Linux-Wiki ist zwar nicht so umfangreich wie das englische Original, manchmal aber einsteigerfreundlicher.

Videokurse über Linux

Wer sich Linux-Wissen lieber in einem strukturierten Kurs mit Videos beibringen lässt, kann das in Deutsch beispielsweise kostenlos beim OpenHPI. Aktuell gibts da einen Kurs „Linux in der Kommandozeile„.

Noch größer ist die englischsprachige Kursauswahl, zum Beispiel bei Coursera, dort vermittelt ein Kurs beispielsweise „Linux-Grundlagen„, oder „Linux for Beginners“ oder „Linux for beginners with Hands-on Labs„. Die Kurse sind sogenannte MOOCs, also Massive Open Online Courses, die komplett übers Internet zugänglich sind. Wann und wie schnell man lernt, ist hier meist die eigene Entscheidung. Meist sind alle oder die meisten Lerninhalte kostenlos verfügbar, für ein Zertifikat oder korrigierte Übungen muss man dann womöglich bezahlen. Bei Coursera halten sich die Preise aber sehr im Rahmen (etwa ca. 42-50 Euro monatlich.

Coursera bietet viele Linux-Kurse auf unterschiedlichem Niveau an, beispielsweise diesen Kurs zu Linux-Grundlagen.]

Bei Codecademy sind die Kurse etwas kleiner, allerdings gibt es nicht viel zu Linux, doch immerhin einen Kurs für den Einstieg ins Bash-Scripting: „Introduction to Linux: Bash Scripting„.

Bücher

Und wer doch nach einem Standardwerk in Buchform sucht, dem empfehle ich „den Kofler“, oder auch „Linux – Das umfassende Handbuch“ von Michael Kofler. Das Werk hat über 1.400 Seiten, ist schon in vielen Editionen erschienen und lässt dementsprechend kaum ein Thema aus. Außerdem eignet sich das Riesending auch prima als Blumenpresse, Mini-Trittleiter oder Türstopper.

Buchcover von Koflers Linux-Standardwerk
Auf 1.400 Seiten bleiben bei Koflers Standardwerk kaum Fragen offen.

Wenn es auch Englisch sein darf: William Shotts bietet sein Buch „The Linux Commandline“ unter einer BY-NC-ND Creative Commons Lizenz zum kostenlosen Download als PDF an.

Einfach anfangen

Den „richtigen“ Linux-Einstieg gibt es nicht. Aber irgendwo muss jeder und jede anfangen. Wichtig: Nicht gleich aufgeben. Für einen Überblick sind die umfangreichen strukturierten Videokurse und Bücher gut. Wenn dafür keine Zeit ist, dann helfen die Wikiseiten. Es gibt viele Themen unter Linux, die mich noch interessieren. Immer wenn Zeit ist, schaue ich mir dazu Wikiseiten, Foreneinträge und ähnliches an und arbeite mich so nach und nach ein.

Beim Troubleshooting wiederum geht es nach Dringlichkeit: Nicht alle Probleme müssen immer sofort gelöst werden, solange ich das System produktiv nutzen kann. Manche Sachen müssen sofort gelöst werden, etwa die Probleme beim Installieren und Starten von DaVinci Resolve unter Linux, wenn ein als Flatpak installiertes Tool nicht auf die Verzeichnisse zugreifen kann oder wenn nach dem Update etwas plötzlich nicht mehr geht. Die übrigen Ärgernisse kommen auf einen Zettel und werden dann nach und nach erledigt. Nach Möglichkeit lasse ich mich dabei nicht hetzen und nutze die Gelegenheit, ausführlicher nachzulesen und ganz nebenbei auch noch weitere Zusammenhänge zu verstehen.

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